Die Geschichte von der Entstehung des Bruttosozialglücks



Junge Paro-Tsechu-Festival

Während der Reise in Bhutan war es eins meiner Hauptziele zu erfahren, wie das Konzept des Bruttosozialglücks Junge auf Paro-Tsechu-Festivalentstanden ist.

 

So fragte ich zunächst meinen Guide Norub, ob er mir dazu mehr sagen konnte als ich ohnehin aus den Büchern, die ich zur Vorbereitung auf die Reise gelesen hatte, bereits wusste.

 

Da Norub mir nicht mehr sagen konnte, arrangierte er mir spontan ein Treffen mit dem Briten Michael Rudland, welcher in den 70-er-Jahren den vierten König Jigme Singye Wangchuck während seiner ersten Jahre mit seinem westlichen Wissen beraten hat.

 

Ich war freudig überrascht über das schnelle Netzwerken, was in einem so kleinen Land wie Bhutan funktioniert, da jeder fast jeden kennt.

Wie ist das Bruttosozialglück entstanden?

Beim Lunch in Thimpu erzählte Michael mir, dass der Begriff auf einer ausländischen Pressekonferenz entstanden sei.

 

Ein Journalist fragte den jungen vierten König damals nach seinem Antritt, wie er sein Land künftig führen wolle, damit es seinem Volk gut gehe, da das bhutanesische Bruttosozialprodukt äußerst niedrig sei?

 

Daraufhin gab Jigme Singye Wangchuck dem Journalisten die Antwort, dass für ihn als Oberhaupt Bhutans das Bruttosozialglück seines Landes wichtiger sei, als ein hohes Bruttosozialprodukt.

 

Auf Grund seiner Erfahrungen mit dem vierten König erklärte Michael Rudland mir, dass der Begriff Bruttosozialglück nicht den Kern dessen treffen würde, worum es dem Staatsoberhaupt mit seiner damals getätigten Aussage auf der Pressekonferenz eigentlich gegangen sei.

 

Seiner Auffassung nach hatte der König die Vision, Bhutan zu mehr Bruttosozialharmonie bzw. Bruttosozialzufriedenheit zu führen.

 

Der Unterschied ist darin zu sehen, dass Glück ein Gefühlszustand ist, der kurzweilig und somit nicht von Dauer ist, wohingegen Harmonie bzw. Zufriedenheit auf einer tieferen inneren Ebene entsteht, nämlich im Geist des Menschen.

 

Diese harmonische Geisteshaltung ist langwährend und bei vielen Bhutanesen in ihrer Erscheingung sichtbar, da sie es nach außen strahlen, wie beispielsweise der kleine Junge auf dem Beitragsbild, welcher mir auf dem Paro Tsechu Festival bereitwillig in meine Kamera gelächelt hat.

 

Ich bin dankbar dafür, dass Norub mir dieses Treffen ermöglicht hat und ich ein wenig Interna von einem Königskenner erfahren durfte.

 

Tashi Delek

 

Eure Anna

 

Die Geschichte der vier Freunde



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Bhutan ist das Land der Mythen und Sagen.

 

Überall, ob in Dzongs oder auf Hausfassaden, ist die buddhistische

Geschichte der vier Freunde

( Elephant, Affe, Hase und Vogel) abgebildet.P1010292

 

Die Geschichte steht für die buddhistischen Werte Respekt, Zusammenarbeit und Großzügigkeit.

Die vier Tiere leben in absoluter Harmonie zusammen, indem sie sich gegenseitig respektieren.

Ihr Leben ist frei von Tötungswille, Diebstahl, Alkohol, Lügen oder sexuellem Vergehen.

Es versinnbildlicht harmonische Beziehungen mit gesunder wechselseitiger Abhängigkeit.

 

Mir hat die Geschichte so gut gefallen, dass ich sie mit euch teilen wollte.

 

Ich finde sie visionär.

Wie gefällt Sie euch?

Tashi delek.

 

Eure Anna

 

Thimpu: Die Zweite…



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Ein wesentliches Ziel meiner Bhutanreise war es,

ein Mitglied der GNH (Gross-National-Happiness) – Komission zu treffen. P1010870P1010868

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Mann erzählte mir, dass viele westliche Länder am Konzept interessiert sind und er mit mehreren Universitäten in Kontakt steht und es einmal im Jahr einen Kongress gibt, zu dem Professoren und Politiker eingeladen werden, um Teile der Umfrageergebnisse in die ganze Welt zu tragen.

 

Zur Zeit arbeiten Sie an einem Projekt, wie man in einer kleinen Gemeinschaft wie z.B. einem Dorf Gross-National-Happiness leben kann. Das klang für mich sehr interessant, da dort geschaut wird, wie man die vier klassichen Elemente, wovon zwei monetär (nachhaltige Wirtschaft und gute Staatsführung) und zwei sozial (Schutz der Natur und Schutz der Kultur) sind, dort realisieren kann.

 

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Danach ging es zum sonntäglichen Wochenmarkt, wo man  wunderbare organische Produkte von Bauern kaufen kann.

Neben dem Essen werden dort auch Räuchersachen verkauft, die die Bhutanesen bei ihrem morgendlichen Räucherritual zur Ehrung der Götter verbrennen.

 

 

Später ging es weiter zur Papierfabrik, wo manuell Papier hergestellt wird.

 

 

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Mein Highlight war der GNH-Besuch. Was gefällt euch am besten?

 

Tashi Delek

 

Eure Anna

Thimpu: Die Erste…



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Vom Paro Tshechu Festival ging es weiter in die Hauptstadt Thimpu. In ihr leben rund 100.000 Menschen. Von manchen Bhutanesen wird sie das New York Bhutans genannt. Sie ist in den letzten 10-20 Jahren stark gewachsen. P1010786P1010785Die Häuser sind

P1010804P1010791 bunt und reichen von rosa bis türkis und sind im typischen Stil der Bhutnesen gebaut.

Die auf dem zweiten Foto sichtbare Straße führt auf einen Aussichtspunkt über Thimpu, von dem ich das dritte Foto gemacht habe. Dort oben befindet sich die eine riesige Buddha-Statue aus Bronze, die über 50 Meter hoch ist und sich immer noch in der Vollendung befindet. Sie ist wirklich imposant und richtet ihren Blick auf die Stadt/das Tal. Von den Bhutanesen wird sie auch als das achte Weltwunder bezeichnet.

 

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Besonders gestaltet sich auch die Verkehrsregelung auf der Hauptstraße der Hauptstadt. Da es in ganz Bhutan keine Ampeln gibt, steht auf der Kreuzung in einem kleinen Häuschen ganztägig ein Polizist, der mit seinen Handgesten den Verkehr regelt.

 

 

 

 

 

Das Bunte zeigt sich nicht nur in den Hausfassaden, sondern auch in den “Handicrafts”, die es überall zu kaufen gibt. Hier durfte ich einer Weberin bei der Schalherstellung zuschauen.

 

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Was gefällt euch bisher am besten?

 

Nächstes Mal geht´s weiter mit Thimpu: Die Zweite…

 

Bis dahin: Tashi Delek.

 

Eure Anna

 

Paro Tshechu Festival



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Bhutan zeigt sich mir von einer wunderbaren Seite.

 

Die Natur ist atemberaubend, die Bhutanesen sind voller Güte und Gastfreundschaft. Ich habe jeden Tag so viele Eindrücke gewinnen dürfen, dass ich abends trotz Internet bis heute keine Muße hatte etwas zu schreiben.

 

In Paro gelandet, wurde ich von meinem Guide Norbu Wangdi

P1010083Norbu Wangdi

 

 

abgeholt und habe zunächst Paro erkunden dürfen, bevor wir am nächsten Tag auf einem der größten traditionellen Festivals – dem Paro Tshechu Festival - waren und den ganzen Tag dort dem rituellen Treiben im Innenhof des Dzongs = Kloster zugeschaut haben. Seht selbst!

 

 

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Mehr Einblicke gibt es, wenn ich wieder zurück bin.

 

Tashi Delek

 

Eure Anna

Bhutan ich komme!



Flagge Bhutan

Die letzten zweieinhalb Wochen hat mich eine Virusinfektion in die Ruhe gehen lassen und ich war mir bis gestern nicht

Flagge Bhutan

Quelle: www.123rf.com

sicher, ob ich fliegen kann.

 

Bhutan-Travel hat alles super vorbereitet. Heute Abend geht es von Frankfurt nach Bangkok und am Folgetag weiter nach Thimpu. Sogar das von mir gewünschte Interview mit einem Gross-National-Happiness-Experten scheint in Erfüllung zu gehen. Ich bin so gespannt.

 

Ich hoffe vielleicht schon während der Reise einen kleinen Einblick auf dem Blog geben zu können – sofern die Internetverbindung es zulässt.

 

Bis dahin: Tashi Delek.

 

Eure Anna

 

 

In welcher Gesellschaft wollen wir leben?



Für welche Werte stehst du_

Für welche Werte stehst du_Am Wochenende bin ich im DM-Magazin auf die Kolumne von Götz Werner gestoßen, der in der Februarausgabe folgender Frage nachgeht:

In welcher Gesellschaft wollen wir Leben?

Mich hat die Frage angefixt, weshalb ich Ihr in den folgenden Tagen im Geiste nachgegangen bin.

 

Ich habe begonnen meine wichtigsten Werte aufzulisten, um eine Vorstellung zu bekommen, welche Werte für mich in einer Gesellschaft von Bedeutung sind.

 

So möchte ich in einer Gesellschaft leben,

 

- in der Nachhaltigkeit kein Modewort ist sondern von jedem einzelnen auch im kleinen freiwillig gelebt wird.

 

- Respekt gegenüber jedem Individuum eine Selbstverständlichkeit ist.

 

- Verbundenheit mit sich selbst kein bloßer Wunsch sondern Realität ist.

 

- Weisheit keine fremde Tugend sondern eine notwendige Bedingung für das Treffen von zukunftsträchtigen Entscheidungen ist.

 

- Achtsamkeit als Grundumgangsform bereits im Kindergarten wiedererlernt werden darf.

 

- Friedfertigkeit gegenüber anderen Kulturen kein reines Lippenbekenntnis ist.

 

- Maßvolles Wachstum im Sinne eines organischen Wachsens in allen Lebensbereichen als Grundvoraussetzung für eine gesunde Entwicklung anerkannt wird.

 

- Individualität als Persönlichkeitseigenschaft geschätzt wird, da in ihr die Einzigartigkeit wurzelt, die einen Mehrwert zur Gesellschaft beitragen kann.

 

- Eigenverantwortung von jedem Menschen ernst genommen wird.

 

- Freiheit zu leben, indem man sich von inneren und äußeren Notwendigkeiten loslöst.

 

- Ein Miteinander zu schaffen, in dem die Verbindung von Individualität und Verbundenheit lebendig ist.

 

 

Jetzt seid Ihr dran. Wie sieht eure Vision von Gesellschaft aus?

In welcher Gesellschaft wollt Ihr Leben?

 

Alles Liebe

Eure Anna

Glück und menschliches Wohlergehen sind wichtiger als wirtschaftliches Wachstum.



In der Welt ist letzten Freitag – 30.1.15 – ein Artikel zum Glück_Wachstum

Bruttonationalglück erschienen.

 

Ha Vinh Tho – seit 2012 Leiter des Zentrums für Bruttonationalglück in Bhutan – vertritt in diesem Interview die These, dass

Menschen mit einer hohen emotionalen und sozialen Intelligenz, mit Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein glücklicher sind als egoistische und selbstzentrierte. Weiterhin betont er dabei den Sinn einer Aufgabe, der für die positive Bewertung dieser so wesentlich ist.

 

Aus diesen Worten des 63-jährigen, der vorher für das internationale Rote Kreuz in diversen Ländern arbeitete, spricht meines Erachtens sehr viel Weisheit. Er hat aus seinen Erfahrungen gelernt, dass Glück und menschliches Wohlergehen wichtiger sind als unbegrenztes wirtschaftliches Wachstum.

 

Als Leiter des Zentrums für Bruttonationalglück will er zukünftig dafür sorgen, Ausbildungs- und Lernprozesse zu entwickeln, die einen globalen Bewusstseinswandel dahingehend bewirken. Denn gesellschaftlicher Wandel soll bereits bei den Kindern in der Schule implementiert werden. Dabei legt er großen Wert auf Kooperation statt Konkurrenzkampf.

 

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, findet ihn unter http://www.welt.de/regionales/hamburg/article136921808/Wie-man-lernen-kann-gluecklicher-zu-werden.html?__tw_private=458553355.

 

Stimmt Ihr seinen Thesen zu? Wären solche Ausbildungs- und Lernprozesse, die zu einem Fokus-Shift führen auch in Deutschland nicht nur wünschenswert sondern auch möglich?

 

Meine Meinung interessiert mich! 

 

Tashi delek,

 

eure Anna.

Was hat ökologische Vielfalt mit Bruttoszialglück zu tun? – Dimension IX



Heute komme ich zu der letzten Dimension dessen, was das bhutanesische Bruttosozialglück ausmacht: 1

 

Die ökologische Vielfalt.

 

 

Welchen Stellenwert nimmt diese im Leben eines Bhutanesen ein?

 

 

Für über 80% der bhutanesischen Bevölkerung spielt der Erhalt ihrer natürlichen Umbegbung eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Für detailliertere Infos schaue hier nach!

 

http://www.grossnationalhappiness.com/survey-results/index/ ab Seite 437ff.

 

Da sie sich verantwortlich für ihre natürliche Umgebung fühlen, sind mehr als die Hälfte der Bhutanesen für strengere Umweltgesetze.

 

Mehr als 50 % der Bevölkerung leben ihre eigene Nachhaltigkeit, indem sie Materialien im Haushalt wiederverwenden und versuchen ihre Müllproduktion zu minimieren.

43 % haben im letzten Jahr einen Baum gepflanzt. Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung bewirtschaftet einen eigenen Nutzgarten.

 

Auch wenn das Bildungsniveau in Bhutan geringer als in Europa ist, sind sich 60% der Bevölkerung darüber bewusst, dass Umweltschutz notwendig für das Land ist, um die ökologische Vielfalt zu bewahren.

 

Was tust du im Alltag, um die ökologische Vielfalt zu bewahren oder nachhaltig zu leben?

 

Ich freue mich auf eure Antworten.

 

Tashi Delek – Möge das Glück der Götter mit euch sein.

 

Eure Anna

Was hat Zeit mit Bruttosozialglück zu tun? – Dimension VIII



buddha-bild

Foto: www.123rf.com

Zeit ist für alle eine wichtige Ressource. Zudem ist es eine begrenzte Ressource, denn jeder Tag umfasst nur 24 Stunden, die jeder bestmöglich für sich nutzen möchte.

 

Wie wir diese begrenzte Ressource richtig einsetzen, hat Einfluss auf unser soziales und wirtschaftliches Wohlbefinden.

Zeitbudgetstudien der Europäischen Union zur europäischen Lebensqualität zeigen, dass eine starke Korrelation zwischen der sinnvoll verwendeten Zeit und dem subjektiven Wohlbefinden besteht.

 

Angesichts dieser Bedeutung wird die Ressource Zeit seit Beginn des 20. Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht.

 

In den meisten Ländern, die in die Erhebung der EU einbezogen wurden, wurde festgestellt, dass Menschen, die lange Arbeitszeiten und schlechte Arbeits- und Privatleben haben in der Regel ein geringeres subjektives Wohlbefinden aufweisen (Böhnke 2005). So hat die Zeitqualtiätsforschung herausgefunden, dass vor allem in ärmeren Ländern und Regionen ein Missverhältnis bei der qualitativ wertvoll genutzen Zeit vorliegt.

 

Aber was bedeutet nach den Zeitqualtitätsstudien qualitativ wertvoll genutzte Zeit?

Als qualitativ wertvoll wird Zeit dann angesehen, wenn diese Zeit mit Familie oder Freunden oder mit geliebten Freizeitaktivitäten verbracht wird, weil die Zeit in diesem Zusammanhang am meisten genossen wird.

 

Diese Ergebnisse weisen Bhutans Politk für ihre eigene Steuerung des Zeitbudgets eine Richtung auf, die soziales und wirtschaftliches Wohlbefinden in Einklang bringen soll.

 

Für weitere Informationen schaut hier: http://www.grossnationalhappiness.com/9-domains/time-use-and-happiness-2/

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein qualitativ wertvolles Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten, ohne all zu viele Dinge in einen 24 Stunden Tag pressen zu müssen. Folglich mit möglichst viel Genuss zur Maximierung eures Bruttosozialglücks.

 

Tashi Delek-Möge das Glück der Götter mit Euch sein.

Eure Anna